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Wie alt sollten Reifen sein?
Reifen altern mit der Zeit und aufgrund von Umgebungseinflüssen, nicht nur durch die Kilometerleistung. Experten raten, Pkw-Reifen spätestens nach sechs Jahren ab Herstellungsdatum auszutauschen, auch wenn die Profiltiefe noch ausreicht. Ab acht Jahren steigt das Risiko von Rissen, Versprödung und Haftungsverlust deutlich an. Für Winter- und Ganzjahresreifen empfiehlt der ADAC einen Wechsel sogar nach vier bis sechs Jahren, um einer Materialermüdung vorzubeugen.
Gesetzliche Rahmenbedingungen
In Deutschland legt die StVZO keine Altersgrenze für Pkw-Reifen fest, sondern schreibt stattdessen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor. Für Anhänger mit Tempo-100-Zulassung gilt allerdings nach sechs Jahren ein verpflichtender Reifenwechsel. Bei der Hauptuntersuchung (HU) bewertet der Prüfer Risse, Verhärtung und Profiltiefe – das Alter kann als zusätzlicher Risikofaktor zu einem Mangel führen.

Expertenempfehlungen im Überblick
Prüfanstalten und Automobilclubs empfehlen folgende Maximalalter:
| Reifentyp | Empfohlenes Maximalalter | Kritisches Alter |
|---|---|---|
| Sommerreifen | 6 Jahre | ab 8 Jahre |
| Winterreifen | 4–6 Jahre | ab 8 Jahre |
| Ganzjahresreifen | 6 Jahre | ab 8 Jahre |
| Anhängerreifen (100 km/h) | 6 Jahre | gesetzlich bindend |
TÜV Nord: „Ein 7 Jahre alter Reifen mit makellosem Profil kann eine HU-Plakette erhalten, bei ersten Rissen aber nicht.“
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Alterserkennung per DOT-Nummer
Die Reifenflanke zeigt die DOT-Nummer, wobei uns die letzten vier Ziffern (Produktionswoche + -jahr) besonders interessieren. So bestimmen Sie das Alter:
- Lesen Sie die letzten vier Ziffern ab
- Erste zwei = Woche (01–53), letzte zwei = Jahr
- Beispiel: „DOT 4721“ → 47. KW 2021
Nutzen Sie den DOT-Check unbedingt vor Saisonwechseln und dem Kauf gebrauchter Reifen.

Materialermüdung und Sicherheitsrisiken
Auch ungenutzte Reifen altern: UV-Strahlung, Ozon und Temperaturschwankungen verschlechtern das Gummi. Typische Alterungszeichen:
- Risse in Seitenwand und Hauptprofil
- Hartes, poröses Gummi
- Blasen oder Beulen an der Flanke
Finden Sie solche Schäden, lassen Sie die Reifen so bald wie möglich austauschen – selbst bei ausreichender Profiltiefe.
Einfluss von Lagerung und Einsatz
Die richtige Lagerung kann Alterungsprozesse verzögern. Optimal ist:
- Kühl, trocken und dunkel lagern
- Reifen ohne Felge senkrecht stellen, vierteljährlich drehen
- Kompletträder flach stapeln, Luftdruck +0,5 bar
Eine hohe Luftfeuchtigkeit oder direkte Sonneneinstrahlung verkürzen die Nutzungsdauer um bis zu 30 %.
Praxisbeispiele aus Werkstätten
Fall Hamburg: Pkw-Reifen 2018er Baujahr, 5 mm Profil, aber zahlreiche feine Risse → sofortiger Wechsel.
Fall München: Neuwertige Ganzjahresreifen (2 Jahre alt) ohne Risse → alle Prüfkriterien erfüllt.
Diese Beispiele bestätigen, dass Alter und Zustand gemeinsam entscheiden.
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Pflege und Kontrollen
Regelmäßige Sicht- und Messkontrollen schützen vor Überraschungen:
- Profiltiefe mit Tiefenmesser alle 6 Monate prüfen
- DOT-Kontrolle einmal jährlich durchführen
- Vor jeder längeren Reise: Sichtprüfung auf Risse und Beulen
Eine saubere Dokumentation (Foto, Datum) hilft im Schadensfall und bei der HU.
Häufige Fragen von Autofahrern
Wie erkenne ich überalterte Reifen?
Am zuverlässigsten durch die DOT-Nummer und anschließende Sichtprüfung auf Risse und Versprödung.
Kann ich Reifen mit 7 Jahre altem Profil nutzen?
Nur, wenn keine Alterungszeichen vorliegen und die Profiltiefe ≥ 3 mm (Sommer) bzw. ≥ 4 mm (Winter) beträgt.
Wie oft muss man Anhängerreifen austauschen?
Laut Gesetz alle 6 Jahre; eine Sichtprüfung ist bei jeder HU erforderlich.
Fazit
Obwohl keine gesetzliche Altersgrenze für Pkw-Reifen existiert, sollten Sie Reifen bestenfalls nach sechs Jahren ab Herstellungsdatum wechseln. Winterreifen altern schneller und erfordern einen Austausch nach bereits vier bis sechs Jahren. Prüfen Sie regelmäßig DOT-Alter, Profiltiefe und Materialzustand, um Unfälle und HU-Mängel zu verhindern. Eine sachgerechte Lagerung und Dokumentation verlängern die Lebensdauer und sichern maximale Verkehrssicherheit.