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Wie werden Felgen hergestellt
Moderne Felgen entstehen durch ausgefeilte industrielle Fertigungsprozesse, die sich je nach Material, Marke und Land teils stark unterscheiden. Im Folgenden wird ein Überblick über die wichtigsten Produktionsverfahren, Materialunterschiede und länderspezifische Besonderheiten gegeben.
Hauptmethoden der Felgenherstellung
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Gussverfahren (Gussfelgen):
- Am häufigsten für Aluminiumfelgen.
- Flüssiges Aluminium wird im Niederdruckguss oder Druckguss in eine Form gegossen.
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Druckguss:
Aluminium wird mit hohem Druck in eine Gussform gepresst; ermöglicht komplexe Designs, geringere Materialdichte. -
Niederdruckguss:
Aluminium wird mit weniger Druck von unten in die Form geführt; dichtere, stabilere Struktur, Qualität bei Markenherstellern. -
Kokillenguss:
Aluminium wird in eine wiederverwendbare Metallform gegossen und langsam abgekühlt; sehr stabile, aber einfachere Designs. - Nach dem Guss: Kontrolle (z.B. Röntgenprüfung), Bearbeitung, ggf. Wärmebehandlung und Oberflächenveredelung.
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Flow Forming (Abstrecken):
- Kombination aus Guss- und Walzverfahren.
- Das gegossene Felgenbett wird nachträglich erhitzt und mit Walzen unter hohem Druck ausgewalzt („gestreckt“).
- Erhöht die Stabilität und Dichte, vermindert Gewicht.
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Schmieden (Schmiedefelgen):
- Hochwertige Aluminiumlegierung wird erhitzt und unter extremem Druck gepresst.
- Leicht, sehr stabil – beliebt für Sportwagen, Luxus- und Rennfahrzeuge.
- Nach dem Schmieden: CNC-Bearbeitung, Bohren, Wärmebehandlung und Endveredelung.
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Stahlfelgen:
- Werden aus Stahlblech durch Pressen und Schweißen geformt.
- Kostengünstig, robust, eher schwer und einfach im Design.
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Hightech-Felgen (Magnesium, Carbon):
- Für Motorsport und High-Performance: extrem leicht und steif, aber teuer.
- Carbonfelgen entstehen im Laminier- und Aushärteverfahren unter hohem Druck und Temperatur.

Materialien und ihre Eigenschaften
| Material | Vorteile | Nachteile | Anwendung |
|---|---|---|---|
| Stahl | Preiswert, robust, alltagstauglich | Schwer, wenig Design, hohe Masse | Winter, Alltag |
| Aluminium | Leicht, designfähig, oxidationsbeständig | Teurer, empfindlicher gg. Stöße | PKW, Tuning, OEM |
| Magnesium | Sehr leicht, performanceorientiert | Teuer, korrosionsanfällig | Motorsport, Rennsport |
| Carbon | Extrem leicht, höchste Festigkeit/Steifigkeit | Sehr teuer, reparaturanfällig | Supersportwagen, Rennen |
| Chrom | Optik, als Veredlung für Alu | Geringe Bedeutung heute, meist Optik | Showcars, Oldtimer |
Verkauft von AUTODOC Verkauft von AUTODOC Verkauft von AUTODOC Verkauft von AUTODOC Verkauft von AUTODOC
ALCAR Felge
6.5x16 ET47 5x108 DIA 65.00
BROCK Felge
8x19 ET44 5x112 DIA 57,1
MAM WHEELS Felge
8.5x19 ET30 5x112 DIA 72.60
BORBET Felge
7,5x18 ET35 5x120 DIA 72,6
ATS Felge
6.5x16 ET47 5x100 DIA 57.10
Unterschiede zwischen Herstellern und Ländern
Deutschland
Bekannte Hersteller wie BBS, Ronal, Borbet oder ATS setzen meist auf moderne Niederdruckgussverfahren und Flow Forming für hohe Qualität. Deutsche Marken produzieren viele Felgen auch im Inland, oft für Erstausrüstung von Audi, BMW, Mercedes etc. BBS verwendet z. B. hochmoderne, teils patentierte Warmbehandlungs- und Flow-Forming-Prozesse.
Italien
OZ Racing nutzt neben Guss zunehmend auch Schmiedeverfahren und Flow Forming. Italienische Felgen gelten oft als innovativ beim Design und sind im Motorsport etabliert.
Japan
Enkei, Rays (Volk Racing) und Weds stehen für exzellente Schmiedetechnik („Forged“), wobei Rays insbesondere für ultraleichte Motorsportfelgen bekannt ist.
USA
Hier wird viel Wert auf massive Designvielfalt (Aftermarket) gelegt, US-Hersteller wie Weld oder American Racing nutzen häufig Druckguss und setzen auf individuell konfigurierbare Räder. In den USA und Asien nimmt zudem die Fertigung günstiger Nachbaufelgen (Replica) im Niederdruckgussverfahren zu.
Premium & Spezialanbieter
Rotiform, Vossen und ADV.1 bieten Schmiede- sowie mehrteilige Felgen in Handarbeit oder mit computergestütztem Hochtechnologiemaschinen – jeweils abhängig von Kundenvorgaben, mit teils individueller Lackierung und Endveredelung.

Fazit
Felgenproduktion ist heute hochindustrialisiert, doch die Methoden und Materialien variieren je nach Hersteller sowie Modell zwischen klassischem Guss, modernen Flow-Forming-Prozessen, Schmieden und High-End-Laminattechniken für Carbon. Marktführer aus Deutschland, Italien, Japan und den USA haben zum Teil eigene Patente und einzigartige Fertigungsstufen – für höchste Sicherheit und aufwendiges Design auf Niveau der Fahrzeughersteller und im Motorsport. Wer besonderen Wert auf Performance, Leichtbau und Exklusivität legt, findet inzwischen eine Vielfalt an maßgeschneiderten Herstellungsoptionen.
Flüssiges Aluminium wird im Niederdruckguss oder Druckguss in eine Form gegossen.
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