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Zündspule defekt: Symptome, Fehlersuche und Prüfung

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Kein Ottomotor kommt ohne Zündspule aus, denn das Luft-Kraftstoffgemisch muss zum richtigen Zeitpunkt und mit der optimalen Zündenergie gezündet werden. Nur dann funktioniert der Motor und erfolgt die Verbrennung effizient. Erfahren Sie mehr über Aufbau, Funktionsweise und typische Probleme von Zündspulen.

Grundlegender Aufbau 

Eine Zündspule für Auto besitzt im Grunde einen mit zwei Kupferdrahtspulen umwickelten Eisenkern und elektrische Anschlüsse. Die Zündspule ist gut isoliert und sitzt meist in einem Plastikgehäuse. Sie ist einerseits mit der Autobatterie, andererseits mit der Zündkerze verbunden.

Zündspulen defekt symptome


Die Primärwicklung umgibt die Sekundärwicklung, beide schließen einen laminierten Eisenkern ein. Die Primärwicklung hat bis zu 500 Windungen und besteht aus einem lackierten Draht mit einer Stärke von etwa einem halben bis einem Millimeter. Die Sekundärwicklung besteht aus isoliertem Draht, der maximal etwa 0,1 mm stark ist und bis zu 50.000 Windungen aufweist. Das Windungsverhältnis zwischen den zwei Wicklungen liegt bei ca. 1:100.

Funktionsweise

Zündspulen funktionieren nach dem Transformatorprinzip. Wird die Zündung eingeschaltet, wird die Spannung in Autobatterie von 12 V an die Primärwicklung angelegt und es bildet sich ein Magnetfeld darum. Die Spule wird geladen.


Sobald der Stromfluss unterbrochen wird, bricht das aufgebaute Magnetfeld schlagartig zusammen und es wird in der Primärwicklung ein hohe Induktionsspannung erzeugt. Diese wird in Abhängigkeit vom Windungsverhältnis in der Sekundärwicklung in einen Hochspannungsimpuls transformiert.


Der Impuls gelangt durch das Zündkabel bis zur Zündkerze. An der Zündkerze wird die Funkenstrecke ionisiert, es erfolgt ein Stromfluss. Der überspringende Zündfunke entzündet das Kraftstoff-Luft-Gemisch des Ottomotors.

Zündung

Die Höhe der in der Sekundärwicklung induzierten Spannung hängt von der Stärke des Magnetfeldes, der Geschwindigkeit der Magnetfeldänderung und dem Windungsverhältnis ab. Sie kann üblicherweise zwischen 15 kV und 45 kV betragen. Die Funkenenergie moderner Zündspulen liegt bei bis zu 200 mJ.


Die Spule ist auf das Zündsystem abgestimmt, um das einwandfreie Laufen des Motors zu gewährleisten. Dazu müssen Funkenenergie, -strom, -brenndauer, Spannung und Anzahl der Funken bei verschiedenen Drehzahlen genau reguliert werden. Ist dies nicht der Fall, kann es zu Zündaussetzern kommen. Diese führen zu erhöhten Emissionen, einer schlechteren Kraftstoffeffizienz und können den in Abgasanlage befindlichen Katalysator aufgrund unverbrannten Kraftstoffs schädigen.


Das Zeitfenster innerhalb dessen der Hochspannungsimpuls induziert wird, muss mit der Kolbenpositionen im Zylinder übereinstimmen und auf den Bruchteil einer Millisekunde genau erfolgen. Der Funken muss dann das Kraftstoff-Luft-Gemisch zünden, wenn die Zylinderposition ideal ist, um den maximalen Drehimpuls herauszuholen. Im Rahmen der Klopfregelung muss zudem berücksichtigt werden, dass unter bestimmten Lastzuständen eine Verschiebung des Zündzeitpunkts sinnvoll ist, um das Motorklopfen zu vermeiden.

Typen

Am Markt ist eine Vielzahl von Typen erhältlich, dazu zählen u.a.:

  • Becherzündspulen mit rotierender Hochspannungsverteilung. Klassische Bauweise. Aktuell bloß noch in älteren Fahrzeugmodellen verbaut.
  • Elektronische Verteilerzündspulen. Mit integrierter Mikroelektronik. Geeignet für Fahrzeuge mechanische Zündverteilung.
  • Doppelfunken-Zündspulen. Erzeugt Spannung für jeweils zwei Zündkerzen. Geeignet für moderne Motoren mit gerader Zylinderzahl.
  • Steckerzündspulen. Werden direkt am Kerzenschacht montiert. Erzeugen Funken für nur eine Zündkerze.
  • Zündspulenleisten. Integriert mehrere Zündspulen in einer Leiste. Geeignet für 3- oder 4-Zylinder-Motoren.

Zündspulenleisten

Gründe für Zündspulen-Defekte


Moderne Zündspulen haben meist eine lange Nutzungsdauer, dennoch kann es zu defekten kommen. Typische Gründe dafür sind:

  • Kontakt mit Spritzwasser und Streusalz.
  • Hohe thermische Belastung.
  • Mechanische Beschädigung.
  • Interne Kurzschlüsse.
  • Ungenügende Spannungsversorgung.

Wie merkt man, dass die Zündspule kaputt ist?

Ein Zündspulendefekt kann sich mit den folgenden Symptomen bemerkbar machen:

Zündspule defekt symptome auto

  • Aufleuchten der Motorkontrollleuchte.
  • Vorliegen eines Fehlercodes im System.
  • Motor startet nicht.
  • Zündaussetzer und Ruckeln.
  • Motor läuft nicht rund; verändertes Geräusch des Motors.
  • Leistungseinbußen und schlechte Beschleunigung.
  • Einschalten des Notlaufmodus.
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch.

Wie kann ich testen, ob eine Zündspule defekt ist?

Wer den Zustand einer Zündspule prüfen möchte, sollte fundierte Kenntnisse und passendes Werkzeug bzw. Instrumente besitzen. Aufgrund der geführten elektrischen Spannung kann die Arbeit an diesen Fahrzeugkomponenten lebensgefährlich sein.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten ihren Zustand überprüfen. Dazu gehören:

  • Auslesen des Fehlerspeichers.
  • Prüfung der Widerstandswerte mit Ohmmeter.
  • Überprüfung auf mechanische Schäden.
  • Prüfung der Spannungsversorgung.
  • Prüfung des Steuersignals der Zündsteuerung.

Darf man bei einer defekten Zündspule weiterfahren?

Sollte aufgrund der oben genannten Symptome eine defekte Zündspule vermutet werden, ist eine Weiterfahrt nicht zu empfehlen, auch wenn keine Fehlermeldung vorliegt. Unverbranntes Benzin könnte den Katalysator beschädigen. Außerdem könnte es bei Zündaussetzern durch Abwaschen des Ölfilms im Zylinder zu einer ungenügenden Schmierung kommen, was zu teuren Folgeschäden führen kann, z.B. einem Kolbenfresser.


Kleiner Tipp nebenbei: bei Autodoc finden Sie eine Vielzahl Komponenten der Zündung für Auto.

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